Thule Magazine 2000
Interview von J. mit Darkened Nocturn Slaughtercult
Was gibt es über Eure Bandgeschichte zu berichten?
Darkened Nocturn Slaughtercult wurde im Winter 1997 von Onielar (Git. & Voc.) und Ariovist gegründet. Sechs Monate später kam Velnias (Git.) hinzu. Da man heute eher selten ernstzunehmende Individuen trifft, erscheint es fast aussichtslos Leute zu finden, die zu uns passen würden und sich dem Slaughtercult anschliessen dürften. Daher haben wir bisher mit Grigorr nur einen Session-Bassisten. The First Chapter - The Pest Called Humanity wurde im August '99 als Demo aufgenommen. Seit dem Ende der Aufnahmen ruht Ariovist in der Vergangenheit. Welcher Drummer im zweiten Kapitel holzt, steht noch in den Sternen...aber es wird ein 2. Kapitel geben.
Wie entstand euer Demo? Wer schrieb Musik & Texte, wovon handeln diese? Warum erschien euer Demo auf CD und nicht wie üblich auf Tape? Auf wie viele Exemplare ist es limitiert?
Seitdem es uns klar war, daß Ariovist nicht mehr lange verweilen würde, mussten wir uns beeilen um unser Werk gemeinsam zu verewigen. Wir probten ohne Schlagzeug, um alles schnellstmöglich einzustudieren. Danach hieß es Drums aufnehmen und Wochen später die restlichen Instrumente auf Band zu bannen. Zu unserem Bedauern gehört Ariovist, seitdem das Schlagzeug im Kasten war, der Vergangenheit an. Verluste guter Musiker drücken immer die Stimmung einer Band, dennoch ist die Seele des Slaughtercult's gefestigt: Die Wurzeln stecken in Onielar und Velnias. Wir handeln mit unserer Musik aus tiefster Überzeugung, daher sind ausnahmslos alle Bandmitglieder an der Komposition der Musik beteiligt gewesen. Die Texte werden von Onielar geschrieben, darin findet man unser "Sein", welches eingeschnitzt ist in unsere Herzen. Es ist das ewige Beobachten der Menschen von einem hohen Thron aus. Ja, es ist vielleicht auch ein ungewollter Zusammenhang mit Nietzsches "Also Sprach Zarathustra". Nur in diesem Falle verkünden wir nicht nur den Übermenschen. Wir verkünden die menschliche Niederlage die an allem ewig scheitern wird. Wir verkünden den ewigen Haß gegen Menschen, sowie deren Untergang. Die Texte kunden ebenfalls von vergangener und präsenter schwarzer Macht. All die Lyrics beinhalten Onielars wirres, jedoch aussagekräftiges Gemisch aus Worten und Sprachen. Dieses Demo-Werk, welches wir in Eigenproduktion geschaffen haben, wollten wir nicht auf einem jämmerlichen Tape verewigen. CD's sind heute außerdem ein gängiges Medium. Da diese Platte als Demo mCD veröffentlicht wurde ist sie auf 500 Exemplare limitiert.
Viele Bands, die sich von ihren weiblichen Bandmitgliedern getrennt haben, berichten im Nachhinein, daß die Arbeit mit Frauen in der Band problematisch gestaltet hat. Wie ist das in eurem Fall?
Bei Bands, die Probleme mit weiblichen Mitgliedern hatten, handelt es sich sicherlich um Menschlein, die wieder mal nach deren Differenzen - statt nach dem Sinn und deren Erkenntnis gehen. Wir differenzieren nicht zwischen Geschlecht, wir sind Individuen, die ihren Weg erkannt haben und auf diesem Pfade schreiten. Es wäre eine Zumutung unser Dasein mit dem Wort Mensch zu schimpfen. Die Wege sind individuell verschieden, treffen sich jedoch an den entscheidenden Stellen zusammen. Ausserdem lässt Onielar sich nicht mit irgendwelchen Frauen vergleichen, als Beispiel höre man sich ihre Stimme auf der Platte an.
Wart ihr bisher schon live zu sehen? Welcher Gig ist Euch dabei besonders in Erinnerung geblieben? Warum? Wie sieht es bei Euch in Zukunft mit Konzerten aus?
Bisher waren wir noch nicht live zu sehen, denn es schien zunächst wichtiger als Band zusammenzufinden, um dann kompakt das was den Slaughtercult symbolisiert auch live anbringen zu können. Dieser Punkt ist zwar erreicht, doch scheitert es nun an einem fähigen Ersatz für Ariovist. Slaughtercult wird aber keineswegs ein reines Studioprojekt sein.
Legt ihr eine Bedeutung in den Bandnamen?
Der Bandname ist sehr wohl überlegt. Er steht für das Zusammenbrauen einer Macht, gar eines Kultes, der Menschenhaß, Nihilismus, Satanismus verkörpert. Es ist der Slaughtercult, der sich zum Darkened Nocturn (der Mitternachtsmesse) vereint, um das was gehaßt wird zum Ausdruck zu bringen. Es ist uns ziemlich egal was manche andere Bands oder Leute von dem Namen denken. Uns ist der Sinn dahinter wichtiger als irgendein verschnörkelter Schriftzug oder ein idiotischer, nicht passender Name - Gruß an THY MAJESTY !!
Gibt es ein Bandkonzept oder ein Bandideologie?
DNS verkörpert den uns verbindenden Menschenhaß. Doch dies ist keine Bandideologie, denn es wäre ein Widerspruch in sich selbst. Vielmehr ist es eine philosophische Äusserung auf musikalischer Ebene, die durch individuell geprägten Haß ausgelebt wird. Es überschreitet bei weitem die Vorstellungskraft des blinden Menschleins, um die Abgründe dieses Konzeptes zu begreifen. Keineswegs müssen wir uns einer Ideologie bedienen, um unsere Gedanken, unsere Einstellung zu rechtfertigen.
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Manifestierte Gedanken basierend auf einer satanischen Entwicklung, die sich anhand des rohen, primitiven Black Metals Freiheit verschafft.
Zukunftspläne?
Durch Onielars pathologisches Studium in Berlin, wird alles erst wieder richtig ab April 2000 weitergehen. Es wird aber schon an neuem Material gearbeitet, damit das zweite Kapitel der Schlacht erneut zum Ausdruck gebracht werden kann. Daher gilt es das Feuer des Hasses zu erhalten, um den Weg des Slaughtercults voranzuschreiten. Welcher Musiker uns dabei begleiten wird steht noch nicht ganz fest, dennoch ist die Wiederkehr definitiv!
Schlussworte?
...I see mankind groveling 'neath my throne. Yet patiently I gaze ahead - for I know their end is coming!!!
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