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Live Eclipse Nr.4, 2003

1. Heil Euch, zu allererst das Unvermeidliche: Die Bandgeschichte bitte!


DNS: Es waren die Nebel verhangenen Vorboten der letzten, welkenden Monate im Jahre 1997, die Kunde einer heranstürmenden, neuen, unheilvollen Horde ins Land trugen. Die beiden Gründungsmitglieder Onielar (Git. + Vox), sowie Ariovist (Drums) wurden nach circa 6 Monaten der Blasphemie durch Velnias (Git.) verstärkt. Da es zunächst unmöglich schien ein ernsthaftes Individuum zu finden, welches nicht nur das Talent sondern sich vielmehr auch mit dem eigenen satanisch, nihilistisch, misantrophen Gedankengut identifizieren konnte, blieb die Bass Position schlichtweg unbesetzt. Einzig durch Grigorr als Session Musiker vor Aufnahmen vertreten. Das Erste Kapitel " The Pest Called Humanity" wurde 1999 als selbstfinanzierte, sowie selbstproduzierte Demo mCD in den Untergrund geworfen. Zu diesem Zeitpunkt starb Ariovist aus eigener Schwäche den musikalischen Tod. Innerhalb der nächsten 2 Jahre sammelte der wahre schwarze Kern Slaughtercult's, namentlich Onielar und Velnias, neue Kraft. Somit wurde die Verschwörung für rohen Black Metal noch tiefer in die bereits vernarbten "Herzen" geritzt. 2002 wurde das 2. Kapitel "Follow the Calls for Battle" verewigt. Der vakante Drum Throne wurde erfolgreich von Horrn eingenommen. Einige Monate vergingen, doch dann nach gut 5 Jahren wurde das Line-Up zum erstenmal vervollständigt...somit begann 2002 das Zeitalter der Live-Schlachten.

2. Anno 1999 machten sich D.N.S. mit "The Pest Called Humanity" erstmals bemerkbar. Entsprach diese Veröffentlichung bereits gänzlich euren Vorstellungen oder mussten Kompromisse eingegangen werden, in welcher Hinsicht auch immer?

DNS: Bezüglich des 1. Infernalischen Kapitels gab es nur einen "Kompromiss". Mit jener Veröffentlichung, so vereinbart, würde Ariovist die Horde verlassen. Somit war der Zeitpunkt seines musikalischen Ablebens bereits vor den eigentlichen Aufnahmen besiegelt und der Alleingang von Onielar und Velnias begann. Abgesehen von diesem Punkt, der nichts weiter als ein verblassender Wegweiser in der Vergangenheit ist, sind wir noch immer zufrieden mit "The Pest Called Humanity". Da es unter dem Banner des Slaughtercult's steht, verinnerlichen diese 5 blasphemischen Werke nicht nur unseren "Sinn und Zweck" sondern vielmehr auch absolute Überzeugung und Tatendrang - sprich das Streben nach einer Manifestation unseres tiefsten Gedankengutes. Auch der faulig, stinkende Kloakenkeller, der sich Studio nannte, war für den damaligen Zeitpunkt genau das richtige um eine Old-School Atmosphäre einzufangen....

3. Der nächste Schritt wurde dann 2001 getätigt, als "Follow the Calls for Battle" erschien. Diese Veröffentlichung setzt meiner Meinung nach den Standard für Zukünftiges aus dem Hause D.N.S., wurden hier doch die Stärken des Debüts noch einmal nachhaltig dokumentiert und die wenigen Schwächen auf ein Minimum reduziert. Dementsprechend positiv waren auch die Reaktionen seitens der Undergroundpresse. Eigentlich könnt Ihr doch rundum zufrieden sein, oder ?

DNS: Das 2. Kapitel ist einzig das was nach der Ruhe des Sturmes folgt... die "letzte" alles vernichtende Macht. Zufriedenheit existiert dahingehend das Schlachtfeld - in Schutt und Asche liegend, triumphierend verlassen zu haben.

4. Die jüngste Veröffentlichung von D.N.S., eine Split-LP mit den Amerikanern PYRE, bietet leider kein neues Songmaterial, sonder "nur" die Songs eures Erstlings "The Pest Called Humanity". Was prädestinierte PYRE als Partner für dieses Album und kann man generell sagen, dass mit dieser Vinyl-Geschichte ein Traum für euch in Erfüllung gegangen ist?

DNS: Nun, eine gewisse Verbindung im Sinne von persönlichen Kontakten zu Pyre existiert bereits seid etlichen Jahren. Da Pyre's erstes Demo "Luciferian Dark Age" aufgrund der old-school Atmosphäre zu überzeugen weis, war es nicht weiter schwer einen würdigen Partner in dieser Formation zu finden. Auch wenn der plötzliche Cover-Wechsel Pyre's zwischen dem Original Demo Cover und dem der LP eventuell noch etwas an Überlegung, bzw. Diskussion gefördert hätte. Träume sind allerdings etwas komplett anderes. Die Split LP war ein gutes Angebot von Black Blood Prod. in Italien nicht mehr und nicht weniger. Wenn Träume die Macht hätten sich in eigenständige Taten zu manifestieren, dann bräuchte diese Welt keine Plattenspieler mehr, Sie bräuchte so vieles nicht mehr, ... denn unter der herrschaftlichen Krone, unter dem Zepter der ursprünglichen, alles umfassenden Macht, herrscht Leere im Einklang mit erfüllender Stille bis zu dem Punkt an dem selbst die Zeit lernt was zu Sterben heisst.

5. All eure Erscheinungen sind von auffallender Professionalität, von der Produktion bis hin zum Layout. Würdet ihr mir dahingehend zustimmen, dass in einer professionellen Einstellung, die unabdingbare Basis liegt, um sich dauerhaft oberhalb des Durchschnitts zu behaupten ?

DNS: Betrachtet man sich einmal die schier unabwendbare Flutwelle bestehend aus neuen, sich selbst liebenden Bands und deren Alben, die unaufhaltsam die "Szene" ertränkt und sie somit in einen stinkenden Morast verwandelt, so ist es unumgänglich zu behaupten das eben jener besagte Grossteil sich deutlich unter dem Semi Professionellen Niveau befindet. Unmissverständlich soll hier aber betont werden, dass nicht einzig Layout und Sound ein gutes Album ausmachen. Der essentielle, wichtigste Bestandteil ist und bleibt schlichtweg die hörbare Manifestation einer Horde. Es gibt diverse Bands, die einfach basierend auf Ihrem miserablen Sound als die Besten und "einzig wahren" gehandelt werden. Stelle man sich einfach ein solches Album, eine solche Band mit einem feingeschliffenen, professionellem Soundgewand vor - so mancher "Kult" würde taumeln und fallen, denn es ist eine Kunst einfach eine massive Wand bestehend aus indifferenzierbaren Krach im Proberaum aufzunehmen, und auf der anderen Seite das gleiche "Feeling" mit einer vernünftigen Aufnahme zu Bewerkstelligen. Der Grad der Professionalität steht für uns symbolisch eher als 100% tiefste Überzeugung, bei der ein gesunder Anteil von Stolz mit ins Gewicht fällt.

6. Ihr bezeichnet eure Veröffentlichungen als Kapitel. Steckt dahinter ein bestimmtes Konzept? Wenn ja, erläutert es bitte kurz!

DNS: Wissen verallgemeinert, bietet sich in mannigfacher Vielfalt an, dessen "Gesichter" ebenfalls wieder Gestaltenreich sind. Ein Buch bietet äusserlich nur einen oberflächlichen Eindruck. Somit ist der Titel, bzw. die oberste Schicht, einzig das erste der sogenannten sieben Siegel. Der geneigte, wissbegierige "Leser" vermag den Titel des "Buches" Darkened Nocturn Slaughtercult zu verstehen und es offenbaren sich die Kapitel, dessen Bedeutung die restlichen 6 "Siegel" darstellen. Als Metapher benutzt ist dies nicht mit einer Art von Zukunftsplanung zu verstehen. Die noch leeren "Seiten" wird einzig die Zeit füllen, sei es mit weiteren Erkenntnissen der tieferen Welt, oder lediglich mit einer Liste deren blutiger Inhalt erst zwischen den Zeilen sichtbar werden wird.

7. Eure Texte sind ausschliesslich in Englisch abgefasst, von einigen sporadischen deutschen und lateinischen Satzfragmenten einmal abgesehen. Habt ihr es jemals in Betracht gezogen eurer Muttersprache Rechnung zu tragen, indem ihr eben diese im vollen Umfang zum Einsatz bringt? Worin liegen die inhaltlichen Schwerpunkte?

DNS: Wie bereits des öfteren zu Verstehen gegeben ist in den lyrischen Abschnitten kein Platz für schöne Worte. Trostspende Zukunftsvisionen, Tagträumereien und der gleichen lieblichen Unsinnigkeit überlassen wir gerne anderen Formationen, die getrost ihre schemenhaften Gesichter in leere Worthülsen und blasse Gewänder kleiden können. Überwiegend wird die englische Sprache verwendet, und wie erwähnt auch Latein und Deutsch. Eines haben diese Sprachen gemeinsam. Sie alle, ohne Ausnahme versagen in der Hinsicht, dass sie ausreichend, zufriedenstellend einen Zustand oder eine "gedankliche Erkenntnis" ausdrücken können. An den Stellen wo menschliche Definition ihre Bedeutung verlieren, werden Sie durch Neologismen ersetzt um eine akzeptable Ausdrucksweise nach unserem Sinn zu formen. Die lyrischen Wurzeln ragen tief hinab in einen von Okkultismus getränkten Boden. Demnach bilden die Schwerpunkte eben auch verwandte Themen, bzw. individuelle nihilistische, satanische, misantrophe Gedankengänge. Die angesprochenen, kurz erläuterten Sprachen bilden hierbei in erster Linie einzig ein Werkzeug - die Art und Weise eigene Interpretationen aus verworren, mentalen Labyrinthen und Abgründen des Verständnisses zu manifestieren.

8. Sowohl "The Pest Called Humanity" Als auch "Follow the Calls for Battle" sind auf CD erschienen. Warum habt ihr euch ausgerechnet für dieses Format entschieden? Hat das gute alte Tape ausgedient?

DNS: Eine Frage die uns wohl bis zum letzten Kapitel verfolgen wird...nun ja somit wird man auch eine Antwort bis zum bitteren Ende vernehmen. Der Tonträger ist alles andere als entscheidend für die Qualität eines Albums. Der Urteilsspruch sollte nicht darüber gefällt werden ob es nun ein Demo Tape oder mCD ist. Wen interessiert es was andere für Standards festsetzen - wir richten uns nicht nach Vorlieben anderer ! Wir setzen unsere eigenen Prinzipien, somit stand fest was für einen Tonträger wir vorziehen würden. Dies hat aber keineswegs die "Demo" Phase des Newcomers übersprungen. Fakt ist wiedermal, dass eine beschissene Band komplett unabhängig vom Tonträger immer beschissen klingen wird.

9. Bekanntlich seid Ihr noch ohne Label. Welche Eigenschaft sollte ein Label aufweisen, um für euch in Betracht zu kommen? Gab es in der Vergangenheit schon Interessenten?

DNS: Mittlerweile haben wir diverse Angebote aus dem In- und Ausland bekommen, aber alles erstmal aufgeschoben. Einige Labels haben erst jetzt gerochen, dass in Slaughtercult ein gewisses Potential steckt und würden doch allzugerne ihren finanziellen Nutzen daraus schlagen. Nunja, sämtliche Angebote haben wir vorerst dankend abgelehnt. Wir werden unsere Kapitel nach wie vor zunächst als CD selbst finanziert und produziert veröffentlichen. Wir sind die Herren über Slaughtercult, wir halten die Fäden in der Hand, wir beschliessen wann und wo welche Aktion durchgeführt wird. Wozu soll irgend eine andere nichts wissende Person ihren Einfluss ausüben ? Auch in Zukunft werden wir wohl darauf zurück greifen, dass einige Underground Labels die Vinyl Versionen übernehmen können. Doch ist es der vereinte Slaughtercult der über dies bestimmt. Es kotzt einen förmlich an zu sehen wie Labels gute Reviews erschleichen und kaufen, nur um ihre versagenden Vertragspartner möglichst gewinnbringend zu vermarkten.

10. Eine Frau am Mikro einer Black Metal Band ist immer noch ein höchst ungewöhnlicher, da seltener Umstand. Fühlst Du, Onielar, dich ernstgenommen? Würdest Du generell die Rolle der Frau in der "Männerdomäne" Black Metal beurteilen?

DNS: (Onielar) Was ich mich nur frage ist warum immer so ein Augenmerk auf den Gesang gelegt wird. Meine Funktionen beschränken sich doch nicht nur auf den Gesang, sondern neben Velnias auf eine der Gitarren. Die lyrische und musikalische Komposition liegen gleichermassen bei mir und Velnias. Ob mich jemand ernst nimmt oder nicht, geht mir dermassen am Arsch vorbei wie der Fakt dass irgendwelche Idioten vor der Bühne stehen und abenteuerliche Auswüchse menschlicher Mutationen rufen. Was will man auch von einem versoffenem, menschlichen Hirn erwarten? Meine eigene Überzeugung der Materie und der Musik gegenüber, insbesondere den Kriegern des Slaughtercult's ist für mich das alles entscheidende.

11. Würdest du mir bitte die Bedeutung eurer Pseudonyme - Velnias, Horrn, Onielar - darlegen ? Warum habt ihr Euch ausgerechnet für diese Entschieden ?

DNS: Beweggründe und Bedeutungen sind nicht weiter von Interesse ausserhalb des geschlossenen, konzentrischen Kreises der "verwandten, gleichgesinnten" Art und Weise. Die Wahl basiert schlichtweg auf individuellen Gedankengut, dessen wahre Bedeutung und Kraft sich erst durch die abgelegten Masken zu zeigen vermag.

12. In Eurem Interview im Ablaze #39 fiel des öfteren der Begriff "misanthropisch". Könntet ihr mir bitte erklären, wie ihr dieses Wort in Verbindung mit eurer Musik definiert? Ich habe nämlich ehrlich gesagt ein Problem mit dessen mittlerweile recht inflationärer Anwendung im Black Metal Bereich, da sich nach meinem Verständnis konsequente "Menschenfeindlichkeit" nicht mit dem Veröffentlichen von Tonträgern, Liveauftritten und gemeinsamen (!) Musizieren mit anderen Menschen (!!!) in Einklang bringen lässt.

Diese Zweifel sind absolut berechtigt, denn diese Aussagen kann man in fast jedem Interview lesen. Doch sind unsere Aussagen weder geheuchelt noch gelogen, was man von uns aus erster Quelle vernimmt ist tiefste Überzeugung und entspricht somit dem absoluten Sein unseres Ichs. Sofern man sich über die Ziele innerhalb einer Horde im klaren ist, so lässt sich dies definitiv mit dem herausbringen von Tonträgern, Live Auftritten und gemeinsamen Proben in Verbindung bringen. Wer wirklich so konsequent ist und seine "Musik" nur für sich macht - gratuliere, dann sollte die Szene aber auch nicht mit der übelsten Proberaum Scheisse von sich selbstverherlichenden, selbstliebenden Idioten überschwemmt werden. Das wir nicht gemeinsam mit anderen "Menschen" musizieren, (den dies wäre Verrat an uns selbst und unweigerlich ein Prozess der zu Trennungsgründen führt) zeigt zum einen der Fakt das Ariovist nach dem ersten Kapitel den musikalischen Tod sterben musste, zum anderen aber auch die 5 Jährige Suche nach einem fähigen Bassisten, der nicht nur das Talent sondern auch die notwendige geistige Überlegenheit gegenüber einer zum Grossteil vermenschlichten Szene bzw. Einstellung vorweisen kann. Hier wiederum liegt auch der Grund für Live Auftritte. Dies sind Okkulte Zelebrierungen (Chaotic Live Battles) die in erster Linie für uns auf der Bühne abgehalten werden. Sekundär sind dort die Gleichgesinnten deren grotesque verzerrte Masken wir bereits kennen und für die wir es als lohnenswert empfinden zu spielen. Unweigerlich wird dies auch immer Menschlein anziehen. Doch wie Motten schwirren sie ins Licht und werden sich verbrennen. Ihre Asche als segnender Niederschlag die Erde in Grau hüllen. Wir sind uns über unsere Ziele im klaren, wer Zweifel hat, soll sich einfach den üblichen drittklassigen Darkthrone/Burzum Imitationsmist zulegen und seine stinkenden, menschlichen Finger von D.N.S. lassen.

13. So ziemlich jede Band aus dem Underground behauptet, dass sie die Meinung anderer zu ihrer Musik nicht interessiert. Merkwürdigerweise reagieren die meisten jedoch beleidigt, wenn kritische bzw. negative Reaktionen kommen. Wie geht ihr mit Kritik um, welche Erfahrung mit dieser habt ihr bereits gemacht?

DNS: Es ist schon richtig, dass die musikalischen Manifestationen primär für die Hordenmitglieder selbst sind, die Meinung anderer fällt dabei nicht grossartig ins Gewicht. Es gibt genügend Trottel die einfach nicht darüber hinwegkommen, dass sie nicht von allen geliebt werden und somit in ihrem kindischem, unwissenden Stolz gekränkt sind. Konstruktive Kritik ist absolut kein Problem sofern Sie von einem ernstzunehmenden Individuum stammt. Doch leere Worthülsen ohne Rückrat sind nichts weiter als Rauch eines mickrigen Feuers im Wind. Kritik nehmen wir zur Kenntnis, dies hat aber absolut keinen Einfluss auf kommende Taten und Kapitel des Slaughtercults.

14. Ist es euch wichtig livehaftig präsent zu sein, oder seht ihr darin nur eine lästige Pflichterfüllung in eurem Dasein als Musiker?

DNS: Unser Dasein als "Musiker" ist eine wichtige Quelle aus der die nötige, elementare schöpferische Kraft bezogen werden kann um den ansonsten blassen Alltag zu bewältigen. Live Battles sind in erster Linie undankbare Angelegenheiten, denn ein Grossteil der Anwesenden sind einfach mit der Präsenz einer "pure fucking Black Metal" Horde überfordert. Aber wie bereits erwähnt fällt dies eh nicht allzu sehr ins Gewicht. Wer es vermag sein wahres Sein mit der "Musik" in Einklang zu bringen, der vermag auch eine stärkende Essenz aus Live Auftritten zu beziehen.

15. Gehören eurer Meinung nach "Klischees" wie Corpsepaint, Pseudonyme, Patronengurt, schwarze Bekleidung, umgedrehte Kreuze, Pentagramme etc. noch zwangsläufig zum "wahren" Black Metaller dazu ? Ist nicht eher die innere Bereitschaft/Einstellung ausschlaggebend ?

DNS: Betrachtet man die breite Masse der blökenden, verhassten Mitläufer so vermögen Ihre leeren, verblassenden Gesichter bereits Ausdruck ihrer inneren Einstellung geben. Symbole mögen ihr äusseres zieren, doch den auffällig faulig stinkenden Modergeruch von Menschlichkeit können Sie nicht überdecken. Das ist ihr wahres Gewand, gewoben aus dem Stoff, der sich Missbrauch nennt. Spielend kann man erkennen wer sich diese aufpolierte "Robe" nur aus niederen Gründen zulegt. Die angesprochenen "Klischees" sind zumindest für uns aus tiefster Überzeugung ein Teil des gesamten Black Metals den Slaughtercult verkörpert und zelebriert. Letztendlich ist dabei selbstverständlich die "innere Einstellung" also eine gewisse geistige Reife, die bis hin zum gekrönten Ich führen kann, wesentlich bedeutender als das einhalten von "Klischees". Das eine ist stets in Begleitung des anderen, wer es zu trennen vermag, bzw. meint es tun zu müssen, der trifft auf unser Unverständniss, jenes wiederum aufgrund von Intoleranz, Abneigung mit sich führt.

16. Seht ihr euch eigentlich im Alltag (Beruf, Freizeit, etc.) aufgrund eurer Einstellung häufig Problemen ausgesetzt oder läuft alles gänzlich konfliktfrei ab ? Welche Position vertritt euer direktes Umfeld zu D.N.S. ?

DNS: Ein wichtiger Aspekt des ordinären Alltags im menschlich verseuchten Umfeld, was nun mal unausweichlich mit einer Existenz auf diesem Schicksalsplan einherkommt, ist das oftmals von uns referenzierte Maskenspiel. Im kontinuierlichen Bestreben dieses Spiel in seiner Vollkommenheit zu meistern, bzw. in seiner Genialität aufs äusserste auszureizen, verläuft der Alltag oberflächlich betrachtet Problemfrei ab. Seine Kraft, seine Gedanken mehr als nur notwendig mit dem menschlichen Umfeld zu verschwenden ist bei weitem überflüssig. Somit verdeckt die Maske das höhnische, verspottende Gelächter, die krankhaften Visionen, die Gedanken abseits des ordinären, eingeschränkten Menschenverstandes. Das direkte Umfeld von D.N.S. besteht einzig aus seinen Mitstreitern und den ein, zwei Personen die Ihre Loyalität bereits durch volle Unterstützung bewiesen haben. Wir schätzen die glorreichen Momente in den Schatten von "Jahrhunderten". Konflikte beschränken sich auf ein Minimum, denn wohl gemerkt, jene die sich die Menschheit auf Distanz halten, leben in einer einsamen aber doch erfüllenderen Welt als jemals ein kleines, unbedeutendes Menschlein erleben wird.

17. Die Szene ist überfüllt mit mehr oder weniger sinnvollen Side-Projekten. Wie steht ihr zu derartigen Auswüchsen ? Seid ihr selbst in Nebenprojekten involviert oder gilt eure ganze Energie D.N.S ?

DNS: Es ist wahrlich seltsam wenn gewisse "Elite BM Ikonen" zum einen Ihre eigene Haupt-Ein-Mann Band haben, desweiteren für eine Death Metal Formation tätig sind und oben drauf noch ein Nebenprojekt mit den anderen, angesagtesten Szenengrössen betreiben. Wohlmöglich in den verschiedenen Stilrichtungen auch noch den Philosophien der eigenen Inzestprojekte widersprechend. Wir stehen mit vollster Überzeugung hinter D.N.S. somit fliesst all unsere Kraft und Energie in diese Manifestation unseres Seins. Alles andere speziell bei den bereits angedeuteten fälschlicherweise als Szenegrösse gefeierten Idioten ist wahrlich nur ein erbärmlicher Versuch mit dem Namen noch hier und da ein wenig rauszuschlagen. Möge man sich drüber streiten ob es sinnvoll ist, oder nicht,... letztendlich entscheidet der Hörer über das was er als unterstützenswürdig empfindet.

18. Welchen Standpunkt vertretet ihr in der nie enden wollenden Diskussion über den Sinn/Unsinn des Einsatzes von Keyboards/Synthesizern im Black Metal Bereich?

DNS: Eine nie enden wollende Diskussion, die allerdings eine einfache Antwort aus unserer Sicht birgt. Verschönerungen durch liebliche Keyboard Melodien haben rein gar nichts mit unserer Interpretation von BM zu tun. Der übliche als symphonisch bezeichneter Müll ist eben genau das - inhaltsloser Müll. Nicht mehr und nicht weniger. Synthesizer in Bezug auf "Ambient" Stücke sind notwendig um eine gewünschte Atmosphäre zu erzeugen, bzw. die angestrebte Vision klanglich zu untermalen, um die bereits vorhandenen, innerlichen Zustände noch verstärkt zum Ausdruck bringen zu können. Es gibt diverse Horden die es damals verstanden den rohen Black Metal mit Synthesizern zu erweitern, doch Heutzutage werden die Tasten missbraucht um eine breitere Masse ansprechen zu können. Eine Verweichlichung, eine Verschönerung des einstigen hasserfüllten Black Metals. Während andere sich ihrer erfindungsreichen "Synthie-Phantasien" bedienen und begierlich nach menschlichem Beifall fröhnen, bedienen wir uns unseres Geistes um die wahre Herrlichkeit der Grausamkeit, die in uns herrscht zu zelebrieren - keine Künstlichen oder flüchtigen Gedanken ! Denn jene begannen mit dem Menschen und werden mit ihm enden.

19. Mit zunehmenden Argwohn beobachte ich die Nutzung des www. Durch Black Metal Bands. Aus meiner Sicht bietet sich hier die ideale Spielwiese für Alibimusiker, notorische Selbstdarsteller und geistig degenerierte im Allgemeinen. Unter falschen Namen oder gänzlich Anonym infiltrieren zweifelhafte Figuren zusätzlich diverse Foren und Gästebücher mit Unwahrheiten und unerwünschten (kontraproduktiven) Meinungsäusserungen. Habt ihr eine Meinung zu dieser Problematik, und warum trafen D.N.S. die Entscheidung im Netz präsent zu sein ?

DNS: Was sich im Internet präsentiert ist nichts anderes als das was man in fast jedem UG Mailorder Katalog, Konzert oder ähnlicher Veranstaltung sehen kann. Jeder noch so erbärmliche Spinner meint plötzlich mindestens eine Band gründen zu müssen. Ihr Niveau geht niemals über die Proberaum und Saufen Denkweise hinaus. Die Anonymität des Internets als Spielplatz für Möchtegern Black Metaller, die sich ein Sprachrohr nach Aussen erzwingen weil andere Wege ihnen verschlossen bleiben werden. Sehr verständlich wo sonst sollten Sie ihre Fresse aufreissen? Keiner von den angesprochenen Pissern hat den Mut von Angesicht zu Angesicht das Maul aufzumachen. Der Grund für Slaughtercult's Präsenz im Netz liegt darin begründet, dass es einen einfachen und schnellen Informationsaustausch für Gleichgesinnte ermöglicht. Wer den Namen nicht kennt wird wohl kaum auf die Seite stossen. Was sich ausserhalb der Seite abspielt kann uns egal sein. Wer sich auf Pseudogästebuch Einträge, bzw. üble Gerüchte verlässt ist selbst dran Schuld. Menschlichkeit ist überall!

20. Könnt ihr schon einen Ausblick auf die Zukunft von D.N.S. geben ?

DNS: Den Horizont verdunkeln langsam pechschwarze Wolken. Hinter den Mauern der Festung Slaughtercult's erklingt das wohlklingende Geräusch des Schmiedehammers wie er auf den Amboss niedersaust. Allen Anzeichen nach wird also für eine weitere Schlacht aufgerüstet. Sofern es möglich ist, wird das 3. Kapitel gegen Ende des Jahres 2003 erscheinen. Bis dahin werden die umliegenden Ländereien mit Rachefeldzügen unsicher gemacht, denn das Jahr des aktiven Kampfes hat begonnen. Ob es zwischenzeitig ein Lebenszeichen in Form einer Split 7" EP gibt bliebt zunächst offen. Eins ist Gewiss ..."the slaughter will continue!"

21. Dank gebührt Euch für die geopferte Zeit. Die abschliessenden Worte gehören Euch...

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