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Seit ihrer Gründung vor
gut elf Jahren haben sich
die deutschen
Schwarzmetaller
DARKENED NOCTURN
SLAUGHTERCULT einen
Namen im Untergrund
gemacht. Dass die Band
eine weibliche
Sängerin/Gitarristin als
Frontfrau besitzt, ist nur
eine von vielen Gründen,
weshalb sie die
Aufmerksamkeit der
Szene auf sich zogen.
Um einige weitere Beispiele zu nennen, wären
da noch äusserst blutige Liveshows sowie ein
Hang zu ausführlichen Interviews in einer
Sprache, wie man sie unter Musikern
gehobener und ausgeschmückter kaum
antrifft.
Seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums
“Hora Nocturna“ sind bereits eineinhalb Jahre
ins Land gezogen. Hier nochmals einen kurzen
Rückblick auf das Werk:
„‘Hora Nocturna‘ ist wie jedes seiner
Vorgänger ein Meilenstein, ein weiterer
abgeschlossener Abschnitt im fortwährenden
Zeitstrang. Das Album symbolisiert verstärkt
den okkulten Hintergrund der Band. Im
Nachhinein gibt es natürlich oft das eine oder
andere Detail, das wenn möglich bei
kommenden Werken optimiert werden soll. Es
wäre aber ein Fehler, zurück zu schauen. Das
kommende Ungewisse stellt eine höhere
Herausforderung dar, nach deren Meisterung
es zu streben gilt.“
In der Bandgeschichte gab es nur wenige
Line-Up Wechsel und man ist während der
ganzen Zeit demselben Produzenten treu
geblieben. Dies sei auch der Grund, warum die
einzelnen Alben keine grossen Unterschiede
aufweisen. Die Arbeit sei eher musikalisch und
soundtechnisch ausgereifter geworden.
Bedenkt man das
bereits längere
Bestehen und den
Bekanntheitsgrad der
Band, so ist
esverwunderlich, dass
DARKENED NOCTURN
SLAUGHTERCULT bisweilen
ohne Label im
Rücken dastehen. Dies
allerdings nicht
aufgrund mangelnden
Angebotes, sondern
eher, weil die Truppe
Labelverträgen dieselbe
Achtung entgegen-bringt, wie einer handvoll
Schlamm .„Was ist ein solcher Vertrag denn
heute noch wert? Es gibt für wortwörtlich jeden
Scheiss ein Label. Bei den grossen bist du nur
eine Band von vielen und bei den kleinen fehlt
es an Erfahrung und finanziellen
Möglichkeiten. Wir haben weit über zwei
Dutzend Verträge abgelehnt, denn somit
bleiben sämtliche Rechte, die Verantwortung
und die Kontrolle in unserer Hand. Einzig im
Vertrieb werden wir von einigen Labels, zum
Beispiel Twilight Distribution, unterstützt, da ab
einem bestimmten Punkt die Anzahl der CDBestellungen
extrem zunimmt und einfach
nicht mehr allein zu bewältigen ist.“
Die Band
hat solche Partner in verschiedenen Ländern,
da sie stets bemüht seien, ihren
Gebietsanspruch zu erweitern. Gegenwärtige
Pläne sehen sogar ein Einfallen in Asien vor.
Dies wäre doch am besten mit einem neuen
Album zu bewerkstelligen, oder nicht?
„Dieses Jahr wird es definitiv ein fünftes
Kapitel geben. Der Prozess des Komponierens
bewegt sich langsam aber stetig voran. Wir
können uns durch die bereits erläuterte
Unabhängigkeit von einem Label die Freiheit
nehmen, ein Album wirklich erst dann zu
veröffentlichen, wenn wir damit 100 %
zufrieden sind. Es lässt sich bereits
ankündigen, dass das neue Werk unserer
bisherigen Linie treu bleibt: okkult,
blasphemisch und schlichtweg blutig.“
Es ist weithin sichtbar, dass es DARKENED
NOCTURN SLAUGHTERCULT mit
satanischen Lyrics, Shows und Aufmachungen
von Tonträgern ernster nehmen als viele
andere Black Metal Bands. Inwiefern spielt
Satanismus eine Rolle im Leben der
Bandmitglieder?
„Die Bezeichnung Okkultismus ist vermutlich
passender als Satanismus, letztendlich eine
Frage der Definition. Oberflächlich betrachtet
kann man sagen, dass wir weder vor Gott noch
vor Satan niederknien. Stets sind wir bemüht,
einen individuellen Weg zu finden, sowohl im
Alltag, als auch in okkult magischer Hinsicht.
Es ist uns wichtig, nicht durch ein religiöses
Dogma, sei es christlicher, satanischer oder
anderer Natur, in mentale Fesseln gelegt zu
werden. Auch wenn moderner Satanismus
einen freien Willen propagiert, so bleibt seine
interne Struktur immer noch ein klares
Klassensystem.
Für uns gilt es, auf einem stetig einsamer
werdenden Pfad voraus zu schauen, um in der
eigenen Entwicklung permanent höher zu
steigen. Auch wenn wir uns live bekannter
Reliquien bedienen, so steckt doch ein
individueller Sinn dahinter. An dieser Stelle sei
es jedem nahe gelegt, stets die Symbolik von
Satanismus und Okkultismus zu hinterfragen,
denn dies ist der Aspekt, der vielen Personen
in der Szene fehlt. Jedem bleibt es selbst
überlassen, der Dung für die wenigen geistig
Vorangeschrittenen zu sein oder die Ketten
des gefesselten Fluges zu brechen.“
Da die Band in den vergangenen Jahren
einige Konzerte in der Schweiz absolvierte,
wurde ihnen auch Einblicke in die hiesige
Szene gewährt. Sie unterscheide sich
allerdings keinesfalls von jener in anderen
Ländern. „Es ist überall das gleiche Bild: Es
gibt von allem zu viel und lediglich eine
handvoll viel versprechender Individuen, die
sich jenseits des oberflächlichen
Musikkonsums bewegen.“
An dieser Stelle einen kurzen Abstecher zum
Thema Myspace, der ebenso verrufenen wie
auch viel genutzten Internetplattform. Über
DARKENED NOCTRUN SLAUGHTERCULT
findet sich dort ebenfalls eine Seite, was
jedoch ohne Zutun oder gar gegen den Willen
der Band geschah.
„Es war nicht unsere freie Entscheidung, eine
Myspace Seite anzulegen. Wir sind all die
Jahre gut mit unserer Website als
Informationsquelle ausgekommen. Leider
bietet das Internet ein Mass an Anonymität,
dass es eine Heerschar von Besserwissern
gibt, die meinen, sie können tun und lassen
was sie wollen. So wurde in unserem Fall eine
Myspace Seite erstellt und als offiziell
angepriesen, von der wir gar nichts wussten.
Dagegen ist nicht viel zu sagen, doch wenn
sich der Ersteller mit unserer Identität nach
aussen zu erkennen gibt, hört es mit dem
Verständnis eindeutig auf. Wir sahen uns in
dieser Situation gezwungen, eine offizielle
Seite auf der Plattform einzurichten um
weiterem Missbrauch vorzubeugen. Einzig das
Profil ‘dnsofficial’ ist gültig, alle anderen sind
Plagiate und erbärmliche Versuche, sich selbst
zu profilieren.“
Kommen wir zuletzt noch auf die Konzerte zu
sprechen. Wie bereits erwähnt, ist die Truppe
aus Deutschland für ihre extremen
Bühnenshows bekannt.
„Der wesentliche Aspekt eines Auftrittes und
hauptsächlicher Unterschied zum Proberaum
besteht darin, dass Publikum anwesend ist.
Dies bedeutet das Aufeinanderprallen zweier
potentieller Energiequellen. Für uns ist es sehr
wichtig, Teile unserer Einstellung visuell auf
der Bühne darzustellen. Wenn eine Person
Musik hören will, kann sie dies anhand von
Tonträgern weitaus besser als bei einem
Konzert. Hier geht es mehr um Energie, den
Charme des organisierten Chaos.
Zwischen Band und Zuschauern herrscht ein
kontinuierlicher Schwingungsabtausch. Zwar
artet jedes Konzert in absoluter körperlicher
Erschöpfung aus, doch die Erfahrung für den
Geist, der durch die freigesetzte Energie
stimuliert wird, ist erstrebenswert. Wir sind
demnach stets bemüht, unsere Shows zu
erweitern.“
Für das Jahr 2008 seien bereits einige Gigs
geplant. Manch einer mag sich nun fragen, ob
auch helvetische Metaller demnächst wieder
einen Auftritt erleben dürfen. Nach der
(offiziellen!) Homepage zu urteilen ist dem
nicht so, doch die Band verspricht: „Gewiss
wird die Schweiz irgendwann wieder auf
unserer Reiseroute liegen...“
- Hate |
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