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Ausführlichere Original Fassung
Ihr habt schon ein paar Veröffentlichungen draussen, doch den meisten unserer Kunden, dürftet Ihr wohl erst seit eurem letzten Album „Nocturnal March“ ein Begriff sein. Wie würdet Ihr jemandem euch selbst und euren Sound beschreiben?

DNS:
Das vernarbte Herz Slaughtercults schlägt ausschließlich für traditionellen, rohen auf Okkultismus basierendem Black Metal. Diese aufrichtige Lebensphilosophie bewirkt, dass wir mit jeder Veröffentlichung eine qualitativ hochwertige audio-visuelle Umsetzung des geistigen Schaffens anstreben. Soundtechnisch bedeutet es den schmalen Grad zwischen roher, kompromissloser Kälte und moderner Hochglanz Produktion weder maßlos zu unterschreiten, noch diese Schwelle gedankenlos zu übertreten. Ein möglichst ausgewogenes Mittelmaß um sowohl Platz für Brutalität als auch für tiefere Einblicke in die Abgründe des eingeschränkten menschlichen Verstandes zu ermöglichen.

Die Songauszüge des neuen Album, die ich höre durfte sind beeindruckend. Wie zuvor, sehr Old-School… ein bisschen Melancholisch angehaucht, … sehr auf die Tube gedrückt und eindeutig am Anfang-Mitte 90er Norwegen Sound orientiert… (ein bisschen melodischer vielleicht). Wo liegen eure Wurzeln? Jeder wird und wurde von irgendetwas beeinflusst. Was sind eure Einflüsse und die ganze Motivation dahinter?

DNS:
Unumstritten schätzen wir die frühen Skandinavischen Alben sehr. Die Genialität zum Beispiel früherer Immortal, Ulver, Ancient, Emperor und Enslaved Werke steht auch heute noch unübertroffen. Im Laufe der Jahre ist das Ursprüngliche verloren gegangen. Diverse stilistische Abarten ermöglichten gänzlich neue Werte und fragwürdige Weiterentwicklungen. Stagnation ist auf spiritueller Ebene ebenso wie auf musikalischer Ebene fatal. Das Streben nach etwas höheren ist der konstante Begleiter auf beiden Wegen. Jedoch grenzt das, was viele der Urväter verbrochen haben bereits an Hochverrat. Slaughtercult wird sich nichts und niemanden beugen. Wir halten eisern an der Tradition des okkulten Black Metals fest. Die spirituelle Höherpolung, das verinnerlichen des „sich seiner Bewusstwerden“ bildet die solide Grundlage des selbstgekrönten Ichs. Dies ist die Motivation, namens Kraft, Wille und Bewusstsein, die in vollsten Zügen ausgekostet wird. Klanglandschaften sind in diesem Sinne nichts weiter als ein Kanal diese angestrebte Macht zu erlangen.

Euren Texten zu Folge beschäftigen sich die Songs mit der dunklen Seite im allgemeinen, Tod, aber auch teilweise mit der Existenz an sich (Das All-Eine). Ich kenn nicht alle Lyrics… gibt es irgendeinen roten Faden?

DNS:
Wie bereits in den vorherigen Kapiteln ersichtlich, zieht sich unbeabsichtigt auch ein blutroter Faden durch „Hora Nocturna“. Hinter diesem Titel verbirgt sich zweierlei Bedeutung. Zum einen die geschwärzte „Nächtliche Stunde“, zum anderen das mystische „Abendgebet“. Das Leben selbst, mit all seinen erdenklichen Arten des Sterbens, ist facettenreich. Das „dunkle“ an sich ist nichts weiter als ein relativer, zur Unkenntlichkeit dehnbarer Begriff. Im Mittelpunkt des Albums steht der Okkulte Geist, das erleuchtete Wesen. Von Album zu Album bewegt sich die Thematik tiefer und tiefer in die Abgründe des menschlichen Verstandes. Ein gefesselter Flug der einzig durch das beharrliche Streben gebrochen werden kann. Somit ergründen die verbalen Manifestationen auf „Hora Nocturna“ die Sichtweise eines „okkulten Individualisten“. Seine Visionen, seine Gedanken, seine Bewusstsein,… sein Ich.

Wer schreibt die Texte und wie hoch ist die Priorität an deren Inhalt? Steht die Musik im Vordergrund oder muss alles zusammen wie „aus einem Guß“ wirken?

DNS:
Die rostigen, kosmischen Ketten, die den Zerfall zum urtümlichen Chaos verhindern, sind nur so stark wie das schwächste Glied. Dem zu folge, erfreut sich jeder Aspekt eines Albums größter Hingabe und Aufmerksamkeit. Wahrnehmung erfolgt durch diverse äußerliche Reize. Das Layout und die Gestaltung senden einen Impuls an den Betrachter. Die klanglichen Landschaften ebnen den Weg zur mentalen Pforte des Unterbewusstseins. Das geschriebene Wort beflügelt den geneigten, wissensdurstigen Geist. All diese Segmente fügen sich ein zu einem Gesamtbild. Wirkt dieses Bild unvollständig oder gar getrübt, so ist einer der Reize nicht vorhanden. Wir nehmen uns die Zeit um jeden dieser Reize sorgfältig auszuarbeiten und in das Gesamtwerk des Schaffens einzubinden.

Bis jetzt war jede euerer Veröffentlichungen limitiert… oder hab ich eure Website falsch gelesen und es gab separate limitierte Editionen? Warum und wie wichtig ist das für euch? Was würde aus eurer Sicht dagegen sprechen, ein Album ohne die Auflage einer Limitierung auf den Markt zu bringen?

DNS:
Diese Annahme ist falsch. Einzig die Vinyl und MC Veröffentlichungen sowie allgemein das erste Kapitel „The Pest Called Humanity“ sind limitiert. Es ist uns nicht wichtig ob etwas limitiert ist, oder nicht. Die ideologischen Werte, der Sinn, der hinter einem Album steht ändert sich nicht mit der Auflage. Da wir, was Veröffentlichungen angeht, komplett unabhängig sind, entscheiden wir wann und was auf dem „Markt“ erhältlich ist.

Wann gibt’s denn die nächste Gelegenheit euch live zu sehen, ist eine Tour geplant?

DNS:
Bisher angedachte Touren sind stets entweder an der durch uns als uninteressant empfunden teilnehmenden Bandkonstellation oder der Halbherzigkeit der Organisatoren gescheitert. Wenn es ein interessantes Angebot gibt, mit entsprechenden Horden, die wir sowohl musikalisch als auch persönlich respektieren können, wird es sicherlich mehr als nur ein, zwei verstreute Konzerte geben. Aktuelle Termine sind stets über die Webseite einsehbar.

Die letzten Worte gehören euch. Lasst die Leute wissen, was immer sie über euch wissen sollten.

DNS:
Besinnt euch auf den reinen Kern sofern ihr es spürt und lasset euch nicht blenden von blökenden Lämmern, denn schon bald liegen eben jene auf der Schlachtbank und „wir“ werden ihr Blut vergießen …

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